Kinderwunsch

Gelbkörperschwäche erkennen und richtig behandeln

Für einen unerfüllten Kinderwunsch gibt es viele Ursachen. Eine der häufigsten Ursachen ist die sogenannte Gelbkörperschwäche. Im nachfolgenden Beitrag erfährst du was es damit auf sich hat, was die Gründe dafür sind und wie man sie feststellt. Darüberhinaus wird erklärt, wie du eine Gelbkörperschwäche selbst auf natürlichem Weg oder in Zusammenarbeit mit deinem Arzt behandeln kannst.

Sollte bei dir bereits der Verdacht bestehen, findest du ebenfalls ein paar gute Hinweise, wie sich eine Gelbkörperschwäche korrekt feststellen lässt. Leider gehen hier nicht alle Frauenärzte richtig vor. 

Aufklären werde ich ebenfalls über einen leider weit verbreiteten, aber falschen Ansatz der Behandlung von Gelbkörperschwäche. 

Gelbkörperschwäche oder auch Lutealinsuffizienz

In der ersten Zyklushälfte bildet sich im Eierstock der Leitfollikel aus. Aus diesem springt zur gegebenen Zeit die reife Eizelle. Aus dem Rest wird der sogenannte Gelbkörper gebildet. Er produziert neben einer kleinen Menge Östrogen in der zweiten Zyklushälfte vor allem Progesteron. In den ersten Schwangerschaftswochen wird das Progesteron fast ausschließlich vom Gelbkörper gebildet. Erst im Anschluss übernimmt die Plazenta diese Aufgabe.* 

Gelbkörperschwäche
Vorgänge während des Eisprungs im Eierstock (Quelle: Wikipedia.de)

Unter einer Gelbkörperschwäche oder auch Lutealinsuffizienz versteht man die gestörte Bildung des Gelbkörpers. Aufgrund dieser Störung kann der Gelbkörper nicht ausreichend Progesteron produzieren. Progesteron wiederum ist verantwortlich für die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut für die Einnistung der befruchteten Eizelle. 

Wird zu wenig Progesteron gebildet, hat es die befruchtete Eizelle schwer sich richtig oder überhaupt einzunisten. 

Mögliche Gründe für eine Gelbkörperschwäche

Es gibt sehr viele unterschiedliche Gründe, warum es bei Frauen zu einer Gelbkörperschwäche kommen kann. Daher ist es auch für die Behandlung von immenser Bedeutung, die genauen Ursachen zu kennen. 

Eine mögliche Ursache für eine Gelbkörperschwäche kann zum Beispiel auch bereits in der ersten Zyklushälfte liegen. Wenn der Follikel nicht ausreichend gut heranreifen kann, wird auch nur eine dünne Hülle gebildet. Diese produziert wiederum nach dem Eisprung nicht ausreichend Progesteron. 

Eine weitere häufige Ursache ist eine Erkrankung der Schilddrüse wie zum Beispiel Hashimoto.

Weitere bekannte Ursachen für eine Lutealinsuffizienz sind:

  • Gestörte Hormonproduktion in der Hirnanhangdrüse
  • Störungen der Bauchspeicheldrüse
  • Diabetes
  • ein Infekt, der die Eierstöcke stört
  • genetische Veranlagung
  • ein Nährstoffmangel
  • Umweltbelastung
  • einige Medikamente

Die typischen Symptome

Leider gibt es wenig eindeutige Symptome, die auf eine Gelbkörperschwäche hindeuten. Vereinzelt wird davon gesprochen, dass vor allem unregelmäßige Zyklen (aber was ist schon unregelmäßig …) darauf hindeuten. 

Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass es auch in sehr regelmäßigen Zyklen zu einer Gelbkörperschwäche kommen kann. 

Frauen, die Ihren Zyklus genau beobachten und dadurch auch ein gewisses Körpergefühl entwickelt haben können auch andere Beobachtungen machen. Sie stellen vor allem in der zweiten Zyklushälfte fest, dass sie zum Ende des Zyklus unter Schmierblutungen leiden. Ein paar Tage später setzt dann die normale Menstruation ein.

Neben den Schmierblutungen in der zweiten Zyklushälfte gibt vor allem das Messen der Basaltemperatur (mit einem Basalthermometer oder einem entsprechenden Sensor) einen guten Hinweis auf eine mögliche Gelbkörperschwäche. 

Normalerweise steigt die Temperatur nach dem Eisprung sprunghaft um 0,2 bis 0,5 Grad an. Bei Frauen mit einer Gelbkörperschwäche ist hingegen zu beobachten, wie die Temperatur eher leicht und treppenhaft (also nicht nach 1-2 Tagen sondern eher nach 3-4 Tagen) ansteigt. Zusätzlich wird oft auch kein eindeutiges Hochlagenniveau in der zweiten Zyklushälfte erreicht. Nachfolgend findet ihr ein paar Beispielkurven, dir mir von einer Bekannten überlassen worden sind.

Hier ist ein nur sehr zaghafter Temperaturanstieg und ein insgesamt niedriges Temperaturniveau zu erkennen
Auch dies ist eine typische Kurve bei Gelbkörperschwäche: Die Temperatur fällt in der zweiten Zyklushälfte oft knapp über oder sogar unter die Coverline.

Zusätzlich sieht man in diesen Kurven auch einen sehr frühen Temperaturabfall bereits 2-3 Tage vorm Einsetzen der Periode (zum gleichen Zeitpunkt fangen meistens auch die Schmierblutungen an). 

Gelbkörperschwäche erkennen und feststellen

Sobald man über einen längeren Zeitraum (mindestens drei Monate) die oben aufgeführten Symptome bei sich beobachtet hat, ist es an der Zeit, sich an seinen behandelnden Gynäkologen zu wenden. 

Dieser führt dann im Rahmen eines Zyklusmonitorings einen Hormonstatus durch. Hierbei ist es mir jetzt ganz wichtig, auf die korrekte Durchführung hinzuweisen. 

Leider musste ich im Austausch mit vielen Frauen bisher die Erfahrung machen, dass die Gynäkologen nicht im Detailgrad das Zyklusmonitoring durchführen, wie es für eine gute Diagnose notwendig wäre. 

Begonnen wird mit einer Blutentnahme zu Beginn des Zyklus an Zyklustag 3-5. Hierbei werden vor allem die Werte der Hormone Progesteron, Östradiol und manchmal auch Prolaktin, das luteinisierende Hormon (LH) und das Follikel stimulierende Hormon (FSH) sowie weitere Hormone bestimmt. 

In der zweiten Zyklushälfte, 7 Tage nach dem Eisprung, erfolgt die wichtige zweite Blutentnahme. Ganz wichtig: Der Eisprung muss sicher erfolgt sein. Wenn euch euer Arzt per se an ZT 21 einbestellt, werdet hellhörig und fragt noch einmal genau nach. Die wenigsten Frauen haben Ihren Eisprung exakt an ZT 14. 

Für die genaue Bestimmung des Progesteron-Werts in der zweiten Zyklushälfte muss die Blutentnahme aber zwingend 7 Tage nach dem Eisprung erfolgen. 

Ein guter Gynäkologe überwacht diesen Eisprung per Ultraschall in der Zyklusmitte und plant entsprechend die zweite Blutentnahme. 

Ist dies nicht der Fall, solltet ihr an Hochlagentag 7 (bei Messen der Basaltemperatur) oder 8 Tage nach dem letzten positiven Ovulationstest zur zweiten Blutentnahme gehen. Bei dieser Blutentnahme werden wieder die Östradiol und Progesteron Werte bestimmt. 

Durch die Kombination der Ergebnisse der ersten und zweiten Zyklushälfte kann der Arzt die mögliche Gelbkörperschwäche feststellen. 

Hormon1. ZyklushälfteRund um den Eisprung2. Zyklushälfte7 Tage nach Eisprung
Östradiol30-120 µg/l90-330 µg/l60-185 µg/l
Progesteron0,15-1,4 µg/l3-25 µg/l>10 µg/l
Prolaktin3,0-25 µg/l3,0-25 µg/l
FSH1-10 U/l2-21 U/l1-8 U/l
LH2-15 U/l22-105 U/l1-19 U/l
Übersicht der Referenzwerte der weiblichen Hormone im Verlauf des Zyklus. 

Welche natürlichen Behandlungsmöglichkeiten gibt es für eine Gelbkörperschwäche?

Um eine Gelbkörperschwäche zu behandeln, gibt es unterschiedlich Ansätze: Bei einigen Frauen reicht eine Umstellung auf eine gesunde Ernährung und mehr Sport, um den Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. 

Unterstützen kann man in jedem Fall mit natürlichen Mitteln. Ich habe gute Erfahrung mit der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln speziell für den Kinderwunsch gemacht. Havsund Fertile F unterstützt neben der Reifung der Eizelle auch die zweite Zyklushälfte und bietet daher die ideale Inhaltsstoff-Kombination. 

Sehr zu empfehlen ist auch der Klapperstorchtee von Babyzauber. Mönchspfeffer kann, ausschließlich in der zweiten Zyklushälfte nach Eisprung eingenommen, ebenfalls bei einer Gelbkörperschwäche zuträglich sein. 

Im homöopathischen Bereich kann ich Ovaria Comp für die erste Zyklushälfte und Bryophyllum (sogenannte „Progesteron-Kügelchen“) für die zweite Zyklushälfte ebenfalls empfehlen. 

Mein absoluter Geheimtipp ist die Yamswurzel. Diese ist in unseren Breitengraden noch nicht so bekannt. Sie hat aber durch die progesteronähnlichen Inhaltsstoffe einen sehr positiven Einfluss auf die zweite Zyklushälfte. Die Yamswurzel erhält man als Pulver, Kapseln oder Tee vor allem in Asia Märkten oder aber über Amazon

Behandlung im Rahmen einer Hormontherapie

Sollten die natürlichen Behandlungsmöglichkeiten nicht ausreichen, kann der Gynäkologe durch die Verschreibung von künstlichem Progesteron den natürlichen Progesteron Mangel ausgleichen. 

Je nach Ursache wird entweder die Follikelreifung in der ersten Zyklushälfte durch Gabe von zum Beispiel Clomifen unterstützt und/oder künstlich Progesteron in der zweiten Zyklushälfte gegeben. 

Dies erfolgt zum Beispiel durch Medikamente wie Utrogest, die man als Vaginalzäpfchen nimmt oder aber als Tabletten in oraler Form. 

Wichtig ist, dass das künstliche Progesteron nicht VOR dem Eisprung eingenommen wird. Einige Frauenärzte verordnen Utrogest ab einem bestimmten ZT, gerne ab ZT 14 unabhängig vom tatsächlich erfolgten Eisprung. 

Da Utrogest aber zu früh eingenommen im schlimmsten Fall den Eisprung unterdrücken kann, sollte man es immer erst ab dem erfolgten Eisprung nehmen. Dies ist bei der einen Frau an ZT 12, bei der anderen erst an ZT 25 oder noch später der Fall. 

Auf Nummer sicher geht ihr, wenn ihr das Medikament erst am Abend der dritten höheren Messung nehmt (insofern ihr Basaltemperatur misst).

In einigen Fällen wird es auch ab positivem Test verordnet. 

Bitte sprich mit deinem Gynäkologen den genauen Beginn des Einnahmezeitpunkts ab: Entweder ab sicher erfolgtem (!) Eisprung oder aber ab dem positiven Schwangerschaftstest. 

Gelbkörperschwäche und Kinderwunsch

Bei dir besteht ein Kinderwunsch? Du versuchst bereits länger schwanger zu werden? Es wurde bereits eine Gelbkörperschwäche festgestellt? Das ist kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. 

In den meisten Fällen lässt es sich mit den o. a. Behandlungsansätzen gut behandeln und viele Frauen mit Gelbkörperschwäche sind trotzdem mit der entsprechenden Behandlung schwanger geworden. 

Bitte beachte: Dieser Artikel dient nur der Information und ersetzt keinen Arztbesuch. Wenn bei dir der Verdacht auf eine Gelbkörperschwäche besteht, wende dich bitte an deinen behandelnden Gynäkologen, Endokrinologen oder aber auch Hausarzt.

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