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Kinderwunsch

Impfung gegen Blasenentzündung – meine Geschichte

Updated 28. Oktober 2022

Wer wie ich eine Zeit lang an immer wiederkehrenden Blasenentzündungen leidet, der weiß, wie belastend diese Situation sein kann. Gerade Frauen mit Kinderwunsch und dem Willen Schwanger zu werden, leidet oft sehr darunter, da es einen gefühlt immer zur ungünstigsten Zeit erwischt.
Ich habe nach vielen Monaten mit Schmerzen und ständigen Arztbesuchen endlich einen Ausweg aus dem Teufelskreis von ständiger Antibiotika Einnahme und erneuten Harnwegsinfekten gefunden. Die Impfung gegen Harnwegsinfekte. Mehr dazu erfahrt ihr in diesem Blogbeitrag.

Mein Erfahrungsbericht zur Impfung gegen Zystitis

Meine Leidensgeschichte begann in einem Winter. Zuerst mit einer Blasenentzündung, der ich noch nicht so viel Bedeutung beigemessen habe, da ich es vor allem als Teenager immer mal wieder hatte (meistens so einmal im Jahr). 

Dieses Mal war es jedoch anders. Ich bekam ein Antibiotikum verschrieben und sobald die Einnahme beendet war, ging es kurze Zeit später von vorne los. 

Das zog sich über einen Zeitraum von mehreren Monaten, immer wieder nahm ich Antibiotika und bekam spätestens zwei Wochen nach Ende der Einnahme wieder eine Zystitis. Meine Hausärztin sprach schnell von einer chronischen Zystitis. So bezeichnet man Harnwegsinfekte, die häufiger als zwei bis dreimal im Jahr vorkommen. 

Impfung Blasenentzündung

Ich ließ nichts unversucht

Nach der zweiten Antibiotika-Einnahme habe ich angefangen, mich mit den diversen Tipps aus dem Internet auseinanderzusetzen und diese auszuprobieren. 

Natürlich bin ich direkt nach dem Sex immer auf Toilette gegangen und habe teilweise sogar direkt geduscht (nicht gerade sehr romantisch …). Ich habe darauf geachtet, dass meine Nieren immer warm eingepackt sind (ja, Mama hat schon immer gesagt, man soll ein Unterhemd im Winter tragen). 

Viel trinken (literweise „leckeren“ Nieren-Blasentee), Cranberry Saft, Mannose Kuren, Cystinol Akut aus der Apotheke, Vitamin C Pulver und und und… Die Liste der Sachen, die ich erfolglos ausprobiert habe, ist lang. Nichts half langfristig, die Harnwegsinfekte kamen trotzdem immer wieder. 

Zu dem Zeitpunkt habe ich fast wöchentlich bei irgendwelchen Fachärzten gesessen. Von Urologen, hinüber zu Nephrologen, bei Chirurgen (zwischendurch war auch der Blinddarm in Verdacht) und bei der Gynäkologin. Ich musste diverse Untersuchungen über mich ergehen lassen, leider auch, ohne dass irgendein Grund für meine wiederkehrenden und chronischen Zystitis gefunden werden konnte. 

Auch mehrere Besuche bei zwei unterschiedlichen Heilpraktikerinnen brachten leider keinen Erfolg. 

Mein Urologe schlug mir irgendwann als letzten möglichen „Ausweg“ eine Langzeit Antibiotika Therapie vor. Dabei sollte ich über einen Zeitraum von drei Monaten dauerhaft ein Antibiotikum einnehmen.

Da meine Magen-Darm-Flora durch die ständige Antibiotika-Einnahme in den letzten Monaten eh schon völlig zerstört war, stand ich dem eher kritisch gegenüber.

Zumal es auch keine Garantie gegeben hätte, dass es dann wirklich funktioniert.

Ich war also nach wie vor auf der Suche nach einer alternativen Möglichkeit, diese lästigen Blasenentzündungen loszuwerden. Mittlerweile waren sie nämlich auch schon zu einer richtigen Belastung für meine Psyche geworden … 

Meine Erfahrungen mit der Strovac Impfung gegen Blasenentzündung

Was hat am Ende wirklich geholfen hat, war die Möglichkeit einer Impfung bei Zystitis.

Den entscheidenden Tipp hat mir meine Gynäkologen gegeben. Sie fragte irgendwann, warum ich mich nicht einfach gegen Blasenentzündungen impfen lasse. „Das geht?“, war meine erste Frage. Völlig ungläubig saß ich auf ihrem Stuhl … Warum höre ich seit einem halben Jahr das erste Mal davon? 

Die Impfung erfolgt mit einem Produkt namens Strovac. Sie ist immer dann Erfolg versprechend, wenn die, die Zystitis auslösenden Bakterien zum Escherichia Coli Stamm gehören. Dies kann man über eine Urinkultur nachweisen, was bei mir der Fall war. 

Die Immunstimulation erfolgt als Spritze mit Strovac

Die beschriebenen Wirkungen der Impfung wurden in etlichen Studien nachgewiesen. Diese wurden zum einen durch die National Library of Medicine und durch das International Journal of Antimicrobial Agents beschrieben.

Das Behandlungsschema – wie viele Spritzen sind notwendig

Für die Grundimmunisierung sind drei Injektionen mit einem Abstand von ein bis zwei Wochen innerhalb eines Monats notwendig. Die damit geimpften Frauen haben dann einen Schutz von etwa zwölf Monaten. Eine Auffrischung der Impfung mit dem Booster ist nach etwa einem Jahr nötig. Eine Studie konnte zeigen, dass etwa 60 bis 89 Prozent der Patienten im Verlauf infektfrei waren.

Auch bei mir brachte es den gewünschten Langzeiterfolg. Seitdem ich mit Strovac geimpft bin, hatte ich nie wieder eine Blasenentzündung und das ist mittlerweile fast zehn Jahre her! 

Was muss ich während der Grundimmunisierung beachten?

Um zu vermeiden, dass es während der Grundimmunisierung zu einem erneuten Harnwegsinfekt kommt, empfehlen Fachärzte, zu viel Sport in dieser Phase zu vermeiden sowie nur geschützten Geschlechtsverkehr (mit Kondom) zu haben.

Meine Erfahrungen zur Strovac Impfung bei Blasenentzündung

Ich wünschte mir, ich hätte damals eher von der Impfung gewusst. Das ist auch der Grund, warum ich diesen Blogartikel geschrieben habe, um die Impfung bekannter zu machen. Tatsächlich habe ich in vielen Gesprächen mit Leidensgenossinnen immer wieder die Erfahrung gemacht, dass diese Möglichkeit eher unbekannt ist. 

Kosten für die Impfung gegen Harnwegsinfekten

Leider wurden die Kosten (damals ca. 150€) von meiner Krankenkasse nicht übernommen … Auch mehrere Gespräche, in denen ich ihnen aufzeigte, welche Kosten meine diversen Facharztbesuche in den letzten Monaten gekostet haben, überzeugten sie nicht davon, die wesentliche günstigere Impfung zu übernehmen. Mir war es das Geld aber mehr als Wert, schließlich bin ich seitdem beschwerdefrei. 

Impfung gegen Blasenentzündung bei Kinderwunsch

Laut meiner behandelnden Gynäkologin gibt es keinerlei Bedenken, diese Impfung auch bei bestehendem Kinderwunsch durchzuführen. Im Gegenteil, durch den oft häufigeren Sex steigt das Risiko für einen Harnwegsinfekt. Ein geschwächter Körper, der mit einem Infekt kämpft, kann unter Umständen nicht in der Lage dazu sein, eine erfolgreiche Einnistung zu bewältigen und die Chancen für eine Schwangerschaft könnten so sinken. Durch die Impfung wird dieses Risiko sehr gering.

Kann man trotz Impfung weiterhin Blasenentzündungen bekommen?

Hierzu muss ich leider sagen: ja, man kann auch geimpft noch Harnwegsinfekte bekommen, da der Krankheitserreger, auf den die Strovac Impfung abzielt, nicht immer der Auslöser einer Zystitis ist. Ich habe das Glück, dass ich seitdem absolut beschwerdefrei bin und nie wieder eine Blasenentzündung hatte (*aufholzklopf*).

Mein Fazit

Harnwegsinfekte sind schmerzhaft, belastend und können zu gefährlichen Komplikationen führen. Die Behandlungsmöglichkeiten der Schulmedizin sind begrenzt und führen zu einem Teufelskreis: Entzündung, Antibiotikatherapie, Antibiotikaresistenz, Zerstörung der Normalflora, erneute Entzündung.

Die Impfung gegen Zystitis ist da eine gute Alternative, um aus dem Teufelskreis auszubrechen. 

Hinweis: Dieser Blogartikel ergänzt natürlich keinen Arztbesuch und ist nur als Erfahrungsbericht für andere betroffene Frauen zu verstehen. Die individuellen Behandlungsmöglichkeiten solltet ihr immer mit eurem Arzt besprechen. 

Quellen:
Naber KG, Cho YH, Matsumoto T, Schaeffer AJ. Immunoactive prophylaxis of recurrent urinary tract infections: a meta-analysis. Int J Antimicrob Agents. 2009 Feb;33(2):111-9. doi: 10.1016/j.ijantimicag.2008.08.011. Epub 2008 Oct 28. PMID: 18963856.

Hartwig Wilhelm Bauer, Volker W Rahlfs, Pierre A Lauener, Gabriela S.S Bleßmann,
Prevention of recurrent urinary tract infections with immuno-active E. coli fractions: a meta-analysis of five placebo-controlled double-blind studies,
International Journal of Antimicrobial Agents,
Volume 19, Issue 6,
2002,
Pages 451-456,
ISSN 0924-8579,

Avatar für Annika Über den Autor

Juhu, ich bin Annika, ich bin frische 34 Jahre alt, verheiratet und Mama von zwei wundervollen Söhnen (2019 & 2021), die nach einer langen Kinderwunschzeit ihren Weg zu uns gefunden haben. Während dieser Zeit habe ich mir viel Fachwissen im Bereich der Frauengesundheit angeeignet. Darüber hinaus habe ich Fortbildungen im Bereich Kinderernährung und Kindermotorik absolviert. Das dadurch erworbene Wissen möchte ich gerne in meinem Blog mit euch teilen. Mehr Informationen zu mir findet ihr hier.

4 Kommentare

  • Avatar für Anna
    Anna
    14. September 2021 um 15:12

    Danke, dass du auf diese Impfung aufmerksam machst! Mir ging es genauso wie Dir. Ich wusste nie, wie sich eine Blasenentzündung überhaupt anfühlt, bis ich mein erstes Mal Sex mit 17 hatte. Danach war die BE eigentlich nach jedem Geschlechtsverkehr mein ständiger Begleiter.. Eine Zeit lang hab ich es mit pflanzlichen Mitteln wie Arctuvan in den Griff bekommen, aber nachdem ich mit 21 mit meinem jetztigen Partner zusammen kam, ging der Horror von vorn los. Dazu kam durch die andauernde Antibiotikum Einnahme eine chronische vaginale Pilzinfektion (als ich irgendwann den Frauenarzt wechselte, sagte der mir ich hätte eine Schleimhaut wie eine 80 jährige, so trocken und dünn war das alles). Irgendwann bin ich dann endlich im Internet auf die Impfung gestoßen. Warum mir keiner der Ärzte jemals davon erzählte, weiß ich bis heute nicht! Man kann nur vermuten, ob man mit regelmäßiger Antibiotikum Verschreibung mehr Geld verdient..

    Seitdem berichte ich jeder Frau, die häufiger mit Blasenentzündungen zu tun hat, von meinen Erfahrungen. Es ist nicht ganz günstig, aber das war die beste Investition in meine Gesundheit, die ich je getätigt habe!

    Antwort
    • Avatar für Annika
      Annika
      15. September 2021 um 11:07

      Danke für das Teilen deines Erfahrungsberichtes! Genau so erging es mir auch und ich hoffe, über diesen Beitrag, die eine oder andere auf diese Möglichkeit und dann auch hoffentlich Lösung ihres Leidensweges aufmerksam machen zu können.

      Antwort
  • Avatar für Annabel
    Annabel
    4. Oktober 2022 um 10:10

    Hallo. Vielen Dank für den Beitrag. Mir geht es genauso und ich werde mich jetzt impfen lassen. Allerdings frage ich mich, wie lange sollte ich ohne Antibiotikum sein bzw. wirkt die Impfung auch noch ausreichend, wenn ich im der Zeit der Grundimmunisierung ein Antibiotikum nehmen muss? Wie war das bei euch?
    Ich stelle mir das ganze schwierig vor, wenn man wie ich ständig Blasenentzündung hat und Antibiotikum nehmen muss. Es hört sich bei euch so an, als wäre es genauso gewesen wie bei mir. Mein Urologe meinte ich soll 6 Wochen nach der Langzeitantibiose warten. So lange schaffe ich das gar nicht ohne Blasenentzündung …
    Ich habe alles mögliche probiert, eben auch schon die Langzeiteinnahme von Antibiotikum. Letzte Woche wieder eine ganz heftige Blasenentzündung mit Blut und Leukos bis zum Anschlag nach dem Sex gehabt, obwohl ich jedesmal direkt zur Toilette gehe und auch Dusche. Ich hatte das Langzeit-Antibiotikum gerade drei Wochen abgesetzt und es mit der oralen Impfung versucht…

    Antwort
    • Avatar für Annika
      Annika
      4. Oktober 2022 um 20:41

      Hallo Annabel, bei mir war das kein Problem mit der Grundimmunisierung und der zeitgleichen Einnahme von Antibiotika. Laut dem Beipackzettel kann es bei einer Behandlung mit Medikamenten, die die Abwehrkraft des Körpers unterdrücken (Immunsuppressiva) und unter Strahlentherapie zu einem teilweisen oder völligen Verlust der Wirkung von StroVac kommen. Von Antibiotika ist dort nicht die Rede. Dies ist natürlich nur meine persönliche Erfahrung und ersetzt keinen ärztlichen Rat. Ich wünsche dir aber alles Gute und dass du eine schnelle Wirkung von Strovac hast. Diese wiederkehrenden Blasenentzündungen sind wirklich schrecklich und eine große Last… Lieben Gruß, Annika

      Antwort

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